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Kirsch GmbH - Dank Fa. Kirsch auch ohne Strom unterwegs

J. Lehmann - 22.12.08


Der Gedanke, Trolleybusse auch ohne Fahrleitung fahren zu lassen, wurde in der Trolleybus-Geschichte mehrfach aufgegriffen. 1952 stattete man die Obusse für den Betrieb in Rheydt mit einem 24PS-VW-Motor aus, der durch einen Generator Strom produzierte, damit der Obus sich ohne Fahrleitung zumindestens mit eine Geschwindigkeit von 20-25 km/h weit fortbewegen konnte. Diese Art von Hilfsantrieb wurde 20 Jahre lang in vielen Obussen deutscher Betriebe eingebaut.
Erst ab 1973 gab es eine Weiterentwicklung, als die Firma Kirsch aus Trier - ein 1945 gegründetes Unternehmen, welches tragbare Stromerzeuger entwickelte und fertigte - ein Aggregat auf Basis eines kondensatorerregten Asynchrongenerator mit einem 25 kW starten VW-Industriemotor für Schweizer Gelenktrolleybusse lieferte. Über 200 Aggregate dieses Typs wurden bis 1991 geliefert. Im Zeitraum 1994 bis 2004 wurden mit Motoren der Firma DEUTZ in einer Nennleistung von 40 kW, 45 kW und 60 kW rund 100 Aggregate geliefert.

Seit 2002 kommen ausschließlich eigenentwickelte permanentmagneterregte Generatoren (PME) zum Einsatz. Diese haben den Vorteil eines drehzahlvariablen Betriebes verbunden mit einer kürzeren, leichteren und wassergekühlten Bauweise. Das wiederum macht es möglich, leistungsstärkere APU auf kleinerem Bauraum (z.B. Quereinbau im Heck) unterzubringen. So werden heute APU mit elektrischen Leistungen zwischen 50 und 100 kW gebaut. Geprüft und einbaufertig auf Grundrahmen montiert, werden sie angetrieben von Dieselmotoren der Fabrikate Deutz oder Iveco. Die Aggregate mit IVECO-Motoren werden einschließlich eines Abgasnachbehandlungssystems geliefert und entsprechen zur Zeit der gültigen EURO V Vorschrift.

Die Entwicklung eines drehzahlvariablen Antriebsystems war die Basis zum Einstieg in die leistungsstärkeren dieselelektrischen Hauptantriebe (PU) für Duo- und Hybridbusse, so erhielt der 2007 erbaute Hybrid-Doppelgelenkwagen einen KIRSCH PME- Generator PME315/200/180 mit einer Nennleistung von 200 kW, das Aggregat dient zur Ladung des Batteriesatzes und Direktversorgung der Fahrmotoren. In Genua wurden 2007/2008 die gelieferten Gelenktolleybusse mit einem Aggregat PU 175 DIPME mit 175 kW ausgerüstet.

Foto:
Heckansicht des ersten Solinger SwissTrolley im September 2008 bei der Firma Hess: Auffällig links die Steuerung und Anschlüsse einschließlich wassergekühltem Gleichrichter in einem silbernen Edelstahl-Kasten mit gelben Aufkleber und einem kleinen Sichtfenster (Display). Den eigentlichen Generator kann man auf diesem Foto nicht erkennen, er ist hinter diesem Kasten angebracht. Rechts befindet sich der Motor samt Kühlsystem für Motor, Ladeluft und Generator/Gleichrichter. Die Motorvorwärmung für Kühlwasser ist in dem kleinen Edelstahlgehäuse, unterhalb des Motor sichtbar, angebracht. Foto: J. Lehmann, 19.09.2008


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