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trolley:planung - Ein Obusnetz für Turku/Finnland?

J. Lehmann - 03.12.07


Die Stadt Turku ist mit rund 175.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Finnlands und liegt an der Südwestküste in der Nähe zu Schweden. Die Stadt verpflichtet sich in ihrem Leitbild stark zur Nachhaltigkeit und will eine „grüne“ Stadt sein. Dem steht entgegen, dass in Turku nur Dieselbusse fahren, die noch dazu nicht besonders effizient sind. Der Traum von einer Straßenbahn scheitert am Geld, aber ein Obussystem wäre eine optimale Lösung. Bisher konnte sich der Stadtrat noch nicht zu Entscheidungen durchringen. Eine Konferenz am 7.-9.November 2007 "BUSTRIP Final Conference – Moving Sustainably" sollte einen Anschub für eine neue Diskussion für den Bau eines Obus-Systems in der EU-Kulturhauptstadt 2011 bringen.

BUSTRIP ist ein EU-Projekt der baltischen Staaten, „baltic urban sustainable transport implementation and planning“. Projektinhalt ist die Förderung des umweltfreundlichen Verkehrs mit dem Ziel, in jeder Stadt einen Plan für nachhaltigen Verkehr zu erarbeiten.
An der Konferenz, die zum Abschluß des Projektes veranstaltet wurde, nahmen etwa 100 Personen teil. Der Projektbericht kann in verschiedenen Sprachen unter dem u.g. Link abgerufen werden.

Unter den Gästen war auch die StadtBus aus Salzburg, vertreten durch Angelika Gasteiner, Leiterin des Kundenservice. Sie wurde zu der Konferenz eingeladen, weil es durch einen Besuch von Vertretern der finnischen Stadt Turku vor zwei Jahren bereits persönliche Kontakte gab. Damals wurde Salzburg als Vorzeige-Stadt für den Obus besichtigt.

Das Referat „Trolleybuses in Salzburg and the Trolleymotion Initiative“ präsentierte in 45 Minuten die Obusse in Salzburg mit den Schwerpunkten der Wirtschaftlichkeit und der Umweltfreundlichkeit. Der engagierte Vortrag führte die Vorteile eines Obus-Systems vor Augen und zeigte auf, dass ein Obus-System eine leistbare und nachhaltige Lösung für den öffentlichen Verkehr sein könnte. Gerade einige Städte in den neuen EU-Städten haben entweder nur ein Dieselbus-Angebot oder ein veraltertes Obus-System. Dort wäre Beratung und Unterstützung nötig und willkommen, denn der Nachholbedarf ist enorm.

Angelika Gasteiner konnte in ihrem Referat auch die „Trolleymotion“-Initiative vorstellen, die Ziele der Organisation erklären und die Angebote, die Trolleymotion für Verkehrsunternehmen und Entscheidungsträger bietet, darlegen. Die Power-Point-Präsentation aus Salzburg, die mit vielen anschaulichen Bildern versehen ist, hat großes Interesse gefunden, wie die nachfolgende Diskussion und die Gespräche am Rande der Veranstaltung gezeigt haben.

In einer zweiten Präsentation am Nachmittag der Konferenz wurden die Marketing-Aktivitäten des StadtBus Salzburg vorgestellt. „Branding of Public Transport“. Dort wurde in einem Workshop erläutert, dass sich integrierte Kommunikation und Marken-Management an die gesamte Stadt und an alle Bewohner/innen richten muss, nicht nur an die Fahrgäste des Verkehrsunternehmens. Die Einbindung von allen „Stakeholders“ bringt Identifikation mit dem öffentlichen Verkehr, z.B. von Seiten der Politik oder von den Medien oder Mitarbeitern. Viele Maßnahmen aus Salzburg, die einen hohen Praxisbezug haben, werden in anderen Städten Nachahmer finden. Angelika Gasteiner präsentierte ihr Thema mit gewohntem Engagement und Überzeugungskraft und erntete viel Lob und Zustimmung für ihre anschaulichen Ausführungen.


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