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Wellington [NZ] - Entscheidung im Regionalparlament über die weitere Zukunft des E-Betriebs

K. Budach - 08.09.14


Erneut ist in den vergangenen Monaten eine intensive Diskussion über die Zukunft des elektrischen Betriebs in Neuseelands Hauptstadt angestoßen worden. Obwohl in den vergangenen Jahren ganz erhebliche Investitionen u.a. durch die vollständige Erneuerung der Flotte getätigt wurden, dient das Thema offensichtlich erneut zur Profilierung einzelner politischer Einflussnehmer. Bis zum Jahre 2017 sollen die aktuell 60 Wagen, von denen 57 erst zwischen 2007 und 2009 in Dienst gestellt worden sind, durch „diesel-elektrische Hybridbusse“ ersetzt und das Fahrleitungsnetz anschließend demontiert werden. Die Regionalverwaltung und Stadtverordnetenversammlung haben im Juni diesen Beschluss gefasst, obwohl ein neuer regionaler Verkehrsentwicklungsplan noch nicht beschlossen worden ist und die Technik der zu wählenden Ersatzbusse ebenfalls völlig offen ist. Damit sind auch die vorgebrachten Argumente hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Umweltfreundlichkeit der vorgesehenen neuen Busse nicht nachvollziehbar begründet.

In der Öffentlichkeit regte sich Widerstand gegen die Entscheidung, eine Aktionsgruppe hat sich formiert und hat in Juni sogar einen mehrstündigen Streik organisiert. Der gegenwärtige Betreiber der Trolleybusse, NZ Bus, äußerte deutlich, dass bei den vorgenommenen Überlegungen sinnvolle Optionen zum Beibehalt des Trolleybusbetriebs nicht mit einbezogen wurden, und dass die Wirtschaftlichkeit der Betriebsumstellung insbesondere die geringe Laufleistung und die noch weit über 2017 hinausreichende Lebensdauer der modernen Flotte in keiner Weise berücksichtigt. Auch wenn NZ Bus grundsätzlich den Einsatz alternativer Busse mit elektrischem Antrieb, auch zum Ersatz der gegenwärtigen Dieselbusflotte, in alle Betrachtungen mit einbezieht, so wird doch klar gestellt, dass eine dauerhaft bewährte technische Lösung für den voll-elektrischen Buseinsatz ohne Fahrleitung noch nicht erkennbar ist und schon deshalb das Umstellungsdatum 2017 nicht zu rechtfertigen ist.

Ein genauer Zeitplan für die Umstellung der einzelnen Linien wurde bislang nicht formuliert, auch bleibt das Schicksal der modernen „Designline“-Trolleybusse in Wellington unklar.

Die neu erschienene Broschüre "Following the wires - Trolleybuses of New Zealand" gibt auf 48 Seiten einen guten Überblick über die Trolleybussysteme im Land. (Erhältlich weltweit beim Autor, email: seanmillar@orcon.net.nz)

Foto:
Werden alle Pläne umgesetzt, wird dieser Trolleybus 374 keine 10 Dienstjahre in Wellington aufweisen können!
Aufnahme: Robert Schwandl (www.urbanrail.net)


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