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St. Gallen [CH] - Ersatz des 40-jährigen Turmwagens durch ein jüngeres Fahrzeug

J. Lehmann - 09.09.13


Auch der Dienstwagenpark erhielt nun eine Erneuerung, nachdem die Busflotte von 2007 bis 2010 komplett erneuert wurde. Zuerst beschaffte die VBSG neue Dieselbusse, nach einer Ausschreibung ausschließlich von MAN (52 Fahrzeuge) ab 2008 Trolleybussen von der Firma Carosserie Hess (25). Lediglich ein Trolleybus verblieb aus der Vorgängerserie, es handelt sich um Wagen 155, der 2005 total überholt und mit einem zweiten Gelenk sowie einem dritten Wagenteil umgebaut wurde.
Nun ersetzte die VBSG den bisherigen Turmwagen durch ein jüngeres Fahrzeug. Der über 50 Jahre alte Saurer-5DF-Lastwagen wurde 1973 zum Turmwagen, den Werkstattaufbau erhielt er vom 1950 erbauten Vorgänger. Als Nachfolger wurde nun ein MAN-Turmwagen über einen Gebrauchthändler erworben, es handelt sich um einen Hubsäulenturmwagen, der aus dem Baujahr 1991 stammt. Er wurde vor seinem Verkauf revidiert und frisch lackiert, die Auspuffanlage wurde ersetzt durch eine Anlage mit Partikelfilter.

Die VBSG testete im April 2012 einen Hybridbus, der vorwiegend auf den Autobuslinien 6 und 9 verkehrte. Der Test wurde als erfolglos gewertet, der Hybridbus hatte zu wenig Kraft, um die Steigungen mit angemessener Geschwindigkeit zu bewältigen. Bei Vollbesetzung hatte der Bus bei einer ansteigenden Haltestelle Mühe, überhaupt loszufahren. Die Einsparung war hingegen enttäuschend, die in anderen Schweizer Städten erreichten 30% Minderverbrauch wurden nicht mal zur Hälfte erreicht. Somit entschied die VBSG, als Ersatz der letzten NAW-Busse vier MAN Lions City L in knapp 15 m Länge zu beschaffen.

Beim Tag der offenen Tür am 06.04.2013 erhielten diese vier neuen MAN-Autobusse und zwei Trolleybusse Taufnamen. Der Gelenktrolleybus wurde auf den Namen Quartierverein Rotmonten und der Doppelgelenktrolleybus auf den Namen Quartierverein Winkeln getauft. Ein fahrfähiger historischer Trolleybus konnte nicht geboten werden, jedoch wurde im Depot der 1957 gebaute Anhänger 305 präsentiert, der 1985 nach Warschau abgegeben wurde und nun aus Polen von Retrobus zurückgeholt wurde.

In einem Volksentscheid lehnten die Stimmberechtigten bei einer Wahlbeteiligung von 45,4% die Verselbständigung der VBSG in zwei Aktiengesellschaften deutlich ab. Der Plan des Stadtrats war eine VBSG Logistik AG für die Infrastruktur und das gesamte Personal zu gründen und eine VBSG Transport AG, die die Konzessionen übernommen und auf Bestellung von Bund, Kantonen und Gemeinden die Linien betrieben hätte. Während die erste AG 100% städtisch blieb, hätten sich an der VBSG Transport AG Dritte beteiligen können. In der gleichen Abstimmung wurde ein 37-Millionen-Kredit für die Erneuerung des St.Galler Bahnhofplatz genehmigt. In diesem Zuge soll ein zentraler neuer Bushof entstehen. Das 120 Millionen Franken-Projekt wird auch von der SBB, dem Kanton St.Gallen und dem Bund finanziert.

Dem dritten Sparpaket des Kantons fielen hingegen die erst vor kurzem im kantonalen ÖV-Programm für 2014–2018 geplanten Maßnahmen zur Taktverdichtung der Trolleybuslinien 1 und 4 am Abend vom 20- auf einen 15-Minuten-Takt und der Verlängerung der Trolleybuslinie 3 nach St.Georgen zum Opfer. Die Fraktion der SP und Grünen versuchte diese Streichung zu verhindern, was jedoch insbesondere von der regierenden CVP mit 79 zu 32 Stimmen im Kantonsrat am 24.06.2013 abgelehnt wurde.


Foto:
Trolleybus 155, der erste Doppelgelenkwagen, 2005 aus dem 1991 erbauten Gelenkwagen 155 durch Anhang eines zweiten Nachläufers entstanden, hat den letzten Austausch der Flotte überlebt und wird weiterhin regelmäßig im Linienverkehr eingesetzt, jedoch muss er nach Aussagen des Unternehmungsleiters der VBSG Ralf Eigenmann irgendwann, vielleicht schon bald, ersetzt werden. Aufnahme: J. Lehmann, 05.11.2009


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