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trolley:motion - Hybridbusse: Elektrisch ohne Fahrleitung im Rhein-/Ruhrgebiet

J. Lehmann - 06.09.10


Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr förderte die Beschaffung von Hybridbussen, 21 Einheiten in 2010 und weitere 21 in 2011. Die Ausschreibung der ersten 21 Einheiten fand 2009 statt, die Auslieferung und Inbetriebsetzung ist derzeit im Gang. Von den 21 Hybridbussen, besitzen sieben (Hersteller: Solaris und Volvo) einen parallelen Hybridantrieb, hier unterstützt ein Elektromotor lediglich den Dieselmotor und 14 einen seriellen Hybridantrieb, bei den der Antrieb des Fahrzeugs rein elektrisch erfolgt und der Dieselmotor als Generator zur Stromerzeugung arbeitet. Vorteil dieser Bauart ist die Möglichkeit abgasfrei und leise anzufahren, sofern beim vorherigen Bremsvorgang genug Energie gespeichert wurde.

Am 6.9.2010 erfolgte in Bochum bei der Bogestra eine Projektvorstellung im Betriebshof Engelsburg, welcher vor einigen Jahren neu auf einem Zechengelände entstand.
In der großen Abstellhalle der Straßenbahn wurden folgende Hybridbusse präsentiert:
Firma TRD-Reisen Nr.1505 Kz. DO-HY 41, Hersteller Firma Volvo
Hagener Straßenbahn AG Nr. 700 Kz. HA-DF 700, Hersteller Firma MAN
Hagener Straßenbahn AG Nr. 800 Kz. HA-DF 800, Hersteller Firma Hess
SW Krefeld Nr. 5627 Kz. KR-ZH 27, Hersteller: Firma Mercedes-Benz
SW Neuss Nr. 2010 Kz. NE-ZS 2010, Hersteller: Firma Solaris
Meoline Mülheim Nr. 6701 Kz. MH-VG 6701, Hersteller: Firma Mercedes-Benz
Rheinbahn Düsseldorf Nr.8411 Kz. D-HY 8411, Hersteller Firma Hess
BOGESTRA Nr. 1062, 1063 GE-BO 1062-63, Hersteller Firma Solaris

Die Eröffnungsreden begannen um 14 Uhr mit der Begrüßung durch den Vorstand der BOGESTRA Gisbert Schlotzhauer und dem Vorstand des VRR Martin Husmann. Sie wiesen darauf hin, dass der VRR mit dem verkehrsreichen Ballungsgebiet mit rund 8 Mio. Einwohner von Mönchengladbach bis Dortmund die Vorreiterrolle trägt, indem die Förderung von nunmehr 42 Hybridbussen bis 2011 durchgeführt wird, die in 15 kommunalen und einem privaten Unternehmen verkehren werden.

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Strategie Elektromobilität der Bundesregierung wies in seiner Ansprache auf die Investitionen hin, die in Hinblick auf das ehrgeizige Ziel, bis 2020 eine Millionen Elektrofahrzeuge in Verkehr zu nehmen, um eine nachhaltige Ressourcennutzung zu erreichen. Der VRR gehört zu den bundesweit acht Modellregionen, für die das Bundesverkehrsministerium unter dem Programm „Elektromobilität“ 115 Mio. Euro bereitstellt. Ein besonderes Augenmerk liegt in der Batterieentwicklung, die Forschung wird hier mit einem gesonderten Förderpaket unterstützt.
Dr. Diana Hein vom NRW-Ministerium für Klimaschutz und Umwelt betonte, dass mit 22 Mio Euro NRW an der Spitze der Förderung liegt und dass bis 2020 von den vor genannten eine Millionen Fahrzeugen ein Viertel in NRW fahren sollen. Der Grund für die Investitionen ist die Senken von CO2-Ausstosses und des Stickstoffaufkommens sowie der Lärmminderung in den Innenstädten und Wohngebieten.
nach dem ersten Block von Ansprachen erfolgte eine Vorstellung der ausgestellten Fahrzeuge und anschließend wurde eine Probefahrt mit dem Solaris-Hybridbus der Bogestra (Nr. 1063).

Ab 15:00 Uhr fanden weitere Vorträge statt, so referierte Jan Hammer, Projektleiter ika des Institut für Kraftfahrzeuge an der RWTH Aachen über die Forschungsbegleitung beim VRR-Hybridbuseinsatz, im nachfolgenden Link eine Vortragsversion von 2009 zur weiteren Information:
www.ika.rwth-aachen.de/forschung/projekte/pdf/gb3-hybridbuseinsatz-vrr.pdf
Über den Einsatz der Hybridtechnologie in der Stadt Krefeld trug Burkhard Kuphal der SWK mobil vor. Krefeld erhält neben vier Hybridbussen auch vier Abfallsammelfahrzeuge mit Hybrid-Antrieb und zwei elektrische Service-PKW, die vorwiegend im innerstädtischen Bereich eingesetzt werden, Weitere Informationen zu diesem interessanten Projekt siehe im Link "Mehr Information".
Als dritter Vorträger referierte Jörg Filter, Projektleiter der BOGESTRA über den Einsatz und die Erfahrungen des Hybridbuseinsatzes bei der BOGESTRA, die nun vom Vorreiter zur Flottenbetreiber werden. Die BOGESTRA beschaffte bereits 1997 den ersten Hybridbus an, damals noch ohne Fördermittel, der Bus sollte sich über die Kraftstoffeinsparungen rentieren. Aber erst nach Schulungen der Fahrer konnten die angestrebten Einsparungen erreicht werden. So hält er auch bei dem nun gestarteten Projekt den Erfahrungsaustausch der einzelnen Betriebe für entscheidend.
Gegen 16.30 Uhr schloss Dr. Burkhard Rüberg, Vorstand der BOGESTRA die Veranstaltung und verabschiedete die rund 200 teilnehmenden Gäste. Es bleibt zu hoffen, dass die Erfahrungen des Projektes zu einer Serienreife dieser teilelektrischen Fahrzeuge führt.

Fotos:
oben: Ausstellung der Hybridbusse in der Straßenbahn-Wagenhalle, von links nach rechts, Ddf.8411, Mh.6701, NE 2010, KR 5627, HA 800, HA 700 und TRD 1505.
unten: Nach Rückfahrt im Betriebshof Heerdt präsentiert sich der Hess/Vossloh-Kiepe-Hybridbus noch in der üblichen Düsseldorfer Lackierung. Bis zur feierlichen Aufnahme des Linienverkehrs, die in zwei bis drei Wochen erwartet wird, erhält der Wagen noch ein besonderes Design, um auf die abweichende Antriebsart hinzuweisen.


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