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Qaraghandy [KZ] - Wieder eine Stadt ohne elektrischen Verkehr

J. Lehmann - 01.08.10


Zum 20.4.2010 kündigte das Ministerium für Wohnungsbau und kommunale Dienstleistungen, Personenverkehr und Autobahnen von Karaganda einseitig den Vertrag mit dem Trolleybus-Unternehmen LLP, nachdem die Bedienungsquote der letzten Linie auf unter 20% sank. Eine seitens des Unternehmens mehrfach beantragte Fahrpreiserhöhung von 20 Tenge (umgerechnet 10 ct.) wurde von den Behörden nicht gestattet. Pläne zum Ausbau des Netzes wurden nicht unterstützt, es erfolgte lediglich eine Teil-Erneuerung des Wagenparks, in den Jahren 2002-2006 kamen elf Neufahrzeuge hinzu. Durch den Mangel an finanzieller Unterstützung geriet das Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten, konnte die Stromrechnungen nicht regelmäßig bzw. überhaupt nicht mehr bezahlen und daraus resultierte die unregelmäßige Verkehrsbedienung bzw. die Einstellung des Betriebs.

130 Mitarbeiter werden somit arbeitslos und vom Wagenpark von zuletzt 27 Einheiten, die auf den letzten beiden Linien 2 und 7 verkehrten, konnten die elf jüngsten Fahrzeuge nach Aktobe verkauft werden. Der Betrieb bestand in den 70er Jahren aus sieben Linien von 1993 bis 1997 wurden noch fünf Linien bedient, neben der Straßenbahn, die in 1997 nach 47 Betriebsjahren eingestellt wurde.
Der Wagenpark wurde von bewährten russischen Trolleybus ZIU 682 dominiert, der seit 1973 beschafft wurde. Die Erstausstattung des 1967 eröffneten Betriebs bildeten 50 ZIU 5. Die letzten ZIU 682 wurden 1991 beschafft, nach 11 Jahren Pause gab es dann Neufahrzeuge des Typs BTZ 5276, bis 2006 elf Einheiten.

Fotos:
Die Linie 7 war eine der beiden zuletzt noch bedienten Linien, hier standen am 03.09.2009 Wagen 1 (BTZ-5276-01, Bj. 2002) und am 04.09.2009 Wagen 9 (BTZ-5276-04, Bj. 2006) im Einsatz.
Aufnahmen: Maxim Golbrayht


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